Ist der Vogel wirklich in Not?
Bevor du sofort handelst, beobachte die Situation genau. Nicht jeder Jungvogel, der am Boden sitzt, ist ein Waisenkind. Viele Jungvögel verlassen das Nest, bevor sie perfekt fliegen können – sie werden als sogenannte Ästlinge von den Eltern am Boden weitergefüttert. Ein Anzeichen dafür, dass der Vogel wirklich Hilfe braucht, ist, wenn er apathisch wirkt, sichtbare Verletzungen hat, von Katzen gejagt wurde oder sich in einer offensichtlichen Gefahrenzone wie einer befahrenen Straße befindet.
Erste Hilfe für deinen Fundvogel
Wenn du sicher bist, dass der Vogel Hilfe benötigt, bewahre Ruhe. Nimm den Vogel vorsichtig mit einem Tuch auf und setze ihn in einen kleinen, gut belüfteten Karton mit Luftlöchern, der mit Küchenpapier ausgelegt ist. Stelle den Karton an einen ruhigen, abgedunkelten Ort. Bitte füttere den Vogel nicht eigenständig, da viele Arten spezialisierte Nahrung benötigen und die Gefahr des Erstickens groß ist. Gib dem Tier auch kein Wasser direkt in den Schnabel, da es daran ersticken kann. Wenn du unsicher bist, kontaktiere umgehend eine spezialisierte Wildvogelstation oder einen vogelkundigen Tierarzt.
Sicherheit geht vor
Vergiss nicht deine eigene Sicherheit. Wenn du einen verletzten Vogel anfässt, trage im Idealfall Handschuhe oder nutze ein Tuch, um dich vor Parasiten zu schützen oder dich nicht durch Krallen zu verletzen. Wenn der Vogel sehr schwach ist, kann eine Wärmequelle wie eine Wärmflasche, die in ein Tuch gewickelt unter einer Seite des Kartons platziert wird, lebensrettend sein. Achte jedoch darauf, dass der Vogel der Hitze ausweichen kann. Denke immer daran, dass eine fachgerechte Erstversorgung durch Experten oft der einzige Weg ist, um den Vogel wieder in die Freiheit entlassen zu können. Dein beherztes Handeln ist der erste wichtige Schritt, um einem kleinen Lebewesen eine zweite Chance zu geben.

